Bioethik

1. Die Etablierung der Bioethik

1.1. Historische Entwicklungen

Zur engeren Vorgeschichte der Bioethik gehört eine Wiederbelebung der philosophischen Beschäftigung mit konkreten normativen moralischen Fragestellungen in den fünfziger und sechziger Jahren. Durch neuartige Fortschritte in der Medizin, Gentechnik und Humangenetik begannen sich vielfältige Handlungsmöglichkeiten abzuzeichnen. Hinzu kamen politisch-militärische Fragestellungen und Probleme des wissenschaftlich-technischen Fortschritts (vgl. Düwell 2003, S.16). Aufgrund dieses Problemdrucks entstand auch ein zunehmendes Interesse an unterschiedlichen Glaubensrichtungen und moralischen Überzeugungen unter philosophischer Bearbeitung. Neben der Wiederbelebung der normativen Ethik im englischsprachigen Raum entstand ebenfalls die Tendenz zur Institutionalisierung des konkret ethischen Nachdenkens (vgl. Düwell 2003, S.20).

Bioethik als Disziplin entstand als neues wissenschaftliches Feld nach dem zweiten Weltkrieg in den USA (vgl. Krones 2008, S. 43). Der Onkologe Van Rensselaer Potter schlug 1971 die Etablierung dieser neuen Disziplin vor, welche auf die Synthese von Naturwissenschaft und Moralphilosophie abzielt. Er veröffentlichte das Buch „Bioethics. Bridge to the Future“. Hintergrund hierfür bildete die ökologische Krise und die daraus resultierenden Forderungen nach einer Überlebenswissenschaft beziehungsweise Zukunftsethik, die die biologischen Grundlagen des Menschen und seiner Umwelt ernst nimmt. An der George Town University in Washington wurde ebenfalls 1971 der Begriff der Bioethik eingeführt, hier allerdings mit Bezug auf konkrete Problemfälle. Es gab nicht mehr nur Änderungen in der Medizin, sondern eine Transformation der Medizin und ihren Rahmenbedingungen selbst, zu denen beispielsweise die Versachlichung der Arzt-Patienten-Beziehung oder die Prioritätensetzung im Gesundheitssystem gehört. Demzufolge meint das dominierende Begriffsverständnis von Bioethik in den USA vor allem eine Alternative zur traditionellen, am Standesethos von Ärzten orientierten Medizinethik mit Erweiterungen um medizinische Problemstellungen in der Biologie (vgl. Düwell 2003, S.21f).

Nicht nur die technischen Möglichkeiten in der Medizin und die Entwicklung der modernen Zivilgesellschaft werden als Anfänge gezählt, sondern vor allem die Erschütterung und die erlebten Konsequenzen durch den Abwurf der Atombombe auf Hiroshima und Nagasaki. Diese war Auslöser für eine fundamentale Umwertung des Verhältnisses von Technik und Gesellschaft. Dies betonte vor allem der Philosoph Hans Jonas in seinem Buch "Das Prinzip der Verantwortung" von 1979. Die US-amerikanische Bioethik verstand sich von Anfang an als eine Bewegung und als ein interdisziplinärer Prozess, in dem sich hauptsächlich ein wissenschaftlicher, institutionell-politischer und praktisch klinischer Bereich verschränken (vgl. Krones 2008, S. 44). Nach und nach wurde eine Vielzahl von ethischen Methoden erarbeitet, die in der Bioethik Anwendung finden (vgl. Irrgang 2005, S.10). Der Theologisch-ethische Ansatz etablierte das Feld der Bioethik in den USA, wesentlich sind allerdings auch der Ansatz der moralphilosophischen Prinzipienethik und der interdisziplinären pragmatischen Ethik (vgl. Krones 2008, S. 45).

In Europa setzte die Beschäftigung mit angewandter Ethik erst Mitte der 80er Jahre ein. In Form von Ethikkommissionen wurde die Bioethik institutionalisiert und verdankt seine Etablierung den Forschungsinstitutionen, die sich mit wissenschaftlichem Anspruch den bioethischen Fragen widmen (vgl. Düwell 2008, S.18). Seitdem fand nicht nur eine Ausweitung der Institutionalisierungsformen, sondern auch der methodischen Standards und diskutierten Gegenstände statt. Durch die zunehmende Bedeutung der Ethikkommissionen entstand ein Berufsbild für professionelle Bioethiker, welche die theoretisch relevanten Vorentscheidungen bewusst reflektieren (vgl. Düwell 2003, S.22). In Deutschland haben wir im Kern eine rein moralphilosophisch wissenschaftliche Disziplin, deren Anfänge in den Diskursen um die Gen- und Reproduktionsmedizin zu  verorten ist (vgl. Krones 2008, S. 50).

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-> Abbildung 1: eigene Darstellung nach Düwell 2003, S.15f, 20 und Krones 2008, S.44, 52f

1.2. Aktuelle Problemlagen in der Bioethik

Aktuelle Problemlagen finden sich beispielsweise in der schwierigen Frage danach, wie Krankheit und Gesundheit zu definieren sind. Diese bekommt nun eine neue Dimension. Außerdem gilt es zu bestimmen, was die Aufgaben der Medizin sind, wenn man beispielsweise das Diagnostizieren und Eingreifen von Dispositionen für bestimmte Krankheiten und körperliche Behinderungen betrachtet. So gilt zu klären, wie Behinderungen zu sehen sind und ob sie lediglich von unerwünschten Eigenschaften abzugrenzen sind. Die Beantwortung dieser Fragen ist gesellschaftlich beeinflusst und hat selbst wiederum Rückwirkungen auf die Gesellschaft. Mit der Erweiterung der medizinischen Möglichkeiten und der damit verbundenen längeren Lebenserwartung drängt die Frage nach der Finanzierung und Neu- beziehungsweise Umgestaltung des Gesundheitswesens. Außerdem sind hier langfristige Konsequenzen für die Landwirtschaft, Nahrungsmittelproduktion, Wirtschaft und Politik der Industriestaaten sowie Dritte-Welt-Länder verbunden. Während Befürworter ein Potential zur Lösung der Probleme in den neuen Techniken sehen, warnen Kritiker vielmehr vor der Gefahr einer Verschärfung dieser Probleme (vgl. Düwell 2003, S.22f).

1.3. Zum Begriff der Bioethik als akademische Disziplin

Problematisch stellt sich auch die Beantwortung der Frage dar, was Bioethik nun als akademische Disziplin eigentlich auszeichnet und wo genau sie anzusiedeln ist. Die Frage der Grenzziehung, wird auch in den anderen Bereiche der angewandten Ethik, wie beispielsweise der Technikethik, Medizinethik oder Wissenschaftsethik gestellt. Alle diese Bereichsethiken sind Teil der angewandten Ethik und unterscheiden sich von der Metaethik und normativen Ethik. Zur angewandten Ethik gehören alle Diskurse ethischer Reflexionen auf konkrete moralpraktische Fragestellungen.

Häufig wird „Bioethik“ als Oberbegriff für alle ethischen Fragestellungen des „Lebendigen“ in der Medizin-, Tier- und Umweltethik verwendet, durch welche der Begriff allerdings unscharf wird (vgl. Düwell 2003, S.24). Der Begriff „Bioethik“ wird dementsprechend unterschiedlich verwendet:

1. Bioethik als biomedizinische Ethik

2. Bioethik als Oberbegriff von Medizin-, Tier- und Umweltethik (incl. „Public Health Ethics“ und „Food Ethics“)

3. Bioethik als Ethik der Life Sciences

4. Bioethik als Ethik des Umgangs mit Lebensphänomenen (vgl. Düwell 2008, S.23).

Bioethik geht allerdings über das Verständnis einer reinen Medizinethik hinaus, da hier unterschiedliche moralische Problemstellungen angegangen werden. Es werden moralischen Fragen reflektiert, die durch die Veränderungen der Rahmenbedingungen der Medizin, die Gefährdung der Lebensgrundlagen des Menschen und durch die Entwicklung der neuen technischen Technologien resultieren (vgl. Düwell 2003, S.23). In Anschluss an Knoepffler wird Bioethik aufgefasst  "als diejenige Teildisziplin der angewandten Ethik (...), die sich in methodischer und reflektierter Weise mit den Sachverhalten befasst, die den verantwortlichen Umgang des Menschen mit Leben und seiner Umwelt betreffen (vgl. Knoepffler 2007, S.152). 

Die Legitimität der Bioethik als wissenschaftliche Betätigung und als Expertise im öffentlichen Raum hängt letztlich davon ab, dass man ihren akademischen Anspruch verteidigen kann und dementsprechend das Selbstverständnis wissenschaftstheoretisch reflektiert und im öffentlichen Auftreten entsprechend gestaltet (vgl. Düwell 2008, S.20).

2. (Bio-)ethische Theorien und Ansätze

2.1. Anthropo-, Physio- und Pathozentrismus

Der moralische Anthropozentrismus (bzw. personale Ansatz) erkennt sämtlichen Lebewesen den moralischen Wert ab. Einzig der Mensch nimmt eine Sonderstellung ein. Nach dem epistemischen  Anthropozentrismus kann der Mensch sich die Welt einzig erkenntnistheoretisch und ethisch in menschlichen Begriffen erschließen. Er ist in der Beobachter- wie Teilnehmerposition perspektivisch begrenzt (vgl. Fuchs 2010, S121f).  

Hingegen räumt der Physiozentrismus (bzw. biozentrische Position) auch der Natur einen moralischen Status ein. Im  Pathozentrismus besitzen alle leidens- und empfindungsfähigen Lebewesen einen moralischen Wert. Im (egalitären) Biozentrismus wird ausnahmslos allen Lebewesen (alles Lebendige) moralischer Wert zugesprochen. Nach dem radikalen Physiozentrismus  hat die Natur als ganze moralischen Wert (vgl. Fuchs 2010, S121f).  

Als dritte Grundposition geht der pathozentrische Ansatz von der Leidensfähigkeit der Lebewesen aus. Lebewesen haben in dieser Postition einen eigen Wert, aber sind nicht in allen Punkten dem Menschen gleichzustellen. Es wird zwischen Tierrechten und Menschenwürde unterschieden (vgl. Honecker 2010, S.55).

2.2. Konsequenzialistische Argumentationen

Konsequenzialistisch betrachtet lässt sich eine Norm durch die Güter begründen, die durch Befolgen der Norm verwirklicht werden. Die Verantwortungsethik erfolgt die ethische Urteilsbildung unter Betonung der Verantwortung der Handelnden für Ziele und Folgen seiner Handlungen.  Umbrüche und Krisen der Moderne werden mitbedacht, während sich die Gesinnungsethik auf Maximen und Motive bezieht. Der Begriff der Verantwortungsethik sowie die Unterscheidung zur Gesinnungsethik gehen auf Max Weber zurück. Die Verantwortungsethik orientiert sich an der Zeitdimension der Zukunft und an der Sozialdimension der Gesellschaft(vgl. Fuchs 2010, S125).

Der Utilitarismus gilt als derzeit prominenteste Variante der konsequenzialistischen Ethik, welcher außschließlich die Folgen der Handlungen abwägt. Es haben sich in der Tradition von Jeremy Bentham und John Stuart Mill vielfältige Varianten herausgebildet. Man unterscheidet  jedoch generell vier Kernprinzipien:

1.Das Prinzip der Konsequenz: Fragen nach den Folgen der Handlungen

2. Das Prinzip der Utilitarität: Fragen nach der Nützlichkeit im moralischen Sinn

3. das Prinzip der Universalität: Fragen nach dem Glück für die größtmögliche Zahl in größtmöglichem Maß

4. das Prinzip der Hedonität: : benennt Glück und Wohlergehen als höchsten Wert (vgl. Fuchs 2010, S126).  

2.2.1. Hans Jonas: Das Prinzip der Verantwortung

„Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden.“ (Hans Jonas 1979, S.36)

Hans Jonas' Prinzip der Verantwortung entstand als Antwort auf die neuen ethischen Herausforderungen der technologischen Bevölkerung. In den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden die Befürchtungen eines Atomkriegs, der zivilen Nutzung von Atomenergie, die Erschöpfung globaler Ressourcen durch die Zunahme der Weltbevölkerung und die biomedizinische Manipulation des Menschen präsent. Während die Reichweite menschlichen Handelns steigt, werden die Fern- und Spätwirkungen dieses Handelns zunehmend ungewisser.

Die bisherige Ethik sei für diese neuen Herausforderungen nicht mehr geeignet. Gerade die Ethik Kants sei lediglich auf den Nahbereich menschlicher Interaktion beschränkt. Die Pflichten gegenüber den Angehörigen der nächsten Generationen müssen genauso bedacht werden wie diejenigen gegenüber der nichtmenschlichen Natur. Auch kann eine Pflicht zur Erhaltung der Menschheitsexistenz nicht begründet werden, da diese bereits vorausgesetzt wird. So entwirft Jonas das Prinzip der Verantwortung als eine Ergänzung zur bisherigen Ethik, welche eher als eine „Notstands- oder Vermeidungsethik“ zu verstehen ist, die die größtmöglichen Gefahren abwehren soll (vgl. Werner 2003, S.42). Das Prinzip gibt jedoch keine eindeutige Antwort auf die Frage, welche Gefahrenabwehr bestimmte Handlungen erlaubt und macht so eine politische Implementierung fraglich (vgl. Werner 2003, S.44).

Die erste Pflicht der Zukunftsethik besteht für Jonas darin, sich ein Bild von den zunehmend nicht vorhersehbaren Spätfolgen zu machen. Gerade empirisches Wissen wird für eine ethische Urteilsfindung immer wichtiger. So schlägt er in diesem Zusammenhang die Entscheidungsregel „In dubio pro malo“ vor, bei welcher sich im Zweifelsfalle auf die schlimmere Prognose bezogen werden soll.

Jonas hält die Begründung der ethischen Grundprinzipien für unerlässlich. Er vertritt einen moralischen Realismus, in welchem moralische Urteile objektiv und unabhängig von den Überzeugungen der Subjekte gültig sind. Dabei versucht er beide Spielarten des Naturalismus und des Intuitionismus zu verknüpfen. Erster deutet moralische Erkenntnisse aus den natürlichen und empirischen Tatsachen, während zweiter die natürlichen Tatsachen von den moralischen trennt und den moralischen Erkenntnissen eine nichtempirische, intuitive Form zuspricht (vgl. Werner 2003, S.46).

Die Pflicht zur Natur- und Menschheitsbewahrung begründet er aus der wertvollen Zweckhaftigkeit der Natur im Menschen, welche hier ihren Höhepunkt erreicht. Die Herleitung der Pflicht zur Bewahrung der belebten Natur erfolgt in drei Schritten:

1. Existenz einer intrinsischen objektiven Zweckmäßigkeit der Natur

2. Zweckhaftigkeit als Gut an sich

3. Ableitung der kategorischen Pflicht zur Erhaltung dieses Gutes (vgl. Werner 2003, S.47).

Jonas differenziert zwischen Therapie und nicht-therapeutischer Verbesserung und demzufolge in „negative“ und „positive“ Eugenik. Er bejaht an dieser Grenzziehung dementsprechend therapeutische Maßnahmen der Pränataldiagnostik und genetische Beratung, solange sie der Verhütung von Erbmängeln dienen und freiwillig auf genetische Nachkommen verzichtet wird. Noch nicht konzipierte Individuen können kein Recht auf Dasein geltend machen und somit sind Mitleidsentscheidungen durch das „vorgestellte“ Subjekt in Betracht auf zukünftiges Leiden als unbedenklich anzusehen (vgl. Werner 2003, S.52). Allerdings räumt er auch die Gefahr ein, dass die Begriffe und „pathogen“ und „unerwünscht“ zugunsten einer Selektion ausgedehnt werden. Pragmatische Bedenken macht Jonas gegen die Keimbahntherapie aufgrund des hohen individuellen und gesellschaftlichen Risikos laut. Da sie auch zukünftige Generationen betrifft wertet er sie bereits als nicht-autorisierte Humanexperimente. Mit der Möglichkeit des Klonens von Menschen wird das Recht auf freie Entwicklung verletzt. Nach Jonas ermöglicht erst ein Grundrecht auf Nichtwissen die existenzielle Freiheit einer eigenen personalen Identität (vgl. Werner 2003, S.53).

2.2.2. Peter Singer: Bioethik und Utilitarismus

Im Präferenz-Utilitarismus werden die Interessen aller Betroffenen gegeneinander abgewogen und zählen prinzipiell alle gleich. Diese werden nicht selbst moralisch bewertet, sondern als gegeben vorausgesetzt. Ein Vertreter ist Singer, welcher sich gegen die Argumente des Speziesismus und der Heiligkeit des Lebens in der traditionellen Ethik stellt. Speziesismus bedeutet, dass den Interessen der Menschen mehr Gewicht beigemessen wird als anderen Gattungen. Nach Singer müssen aber auch Tierinteressen mitberücksichtigt werden. In seinem Buch „Practical Ethics“ von 1979 plädiert er für das Prinzip der gleichen Interessenabwägung als grundlegendes Moralprinzip. Zur präziseren Ausführung führt er den Begriff der Person ein, zu denen alle Wesen gehören, die zu Rationalität und Selbstbewusstsein, sowie der Planung von Zukunftsentwürfen fähig sind. Er fordert weiter die Schmerzvermeidung für alle Wesen, die in der Lage sind, Interessen zu entwickeln und fordert das Tötungsverbot für Personen (vgl. Düwell 2003, S.61). Da diese allerdings andere als beim Menschen sind, werden sie auch anders in die Diskussion mit einbezogen.

2.3. Deontologische Ethiken

Die ethischen Ansätze der Deontologie „Pflichtenlehre“ gehen von grundsätzulichen Rechten und Pflichten jedes Menschen aus. Da diese auf begründete Prinzipien zurückgehen oder vom allgemeinen Imperativ  abgeleitet werden ist eine Norm unabhängig von ihren Konsequenzen gültig. Nach Immanuel Kant ist ein Handlungsgrundsatz nur dann moralisch gut, wenn er der Vernunft, dem guten Willen entspringt (vgl. Fuchs 2010, S127).  

2.4. Diskursethik

Unter kommunikationstheoretischen Mitteln findet sich bei Jürgen Habermas eine Neuformulierung der Kantschen Ethik, indem er von der Diskursfähigkeit und Vernunft aller am Dialog Beteiligten ausgeht(vgl. Fuchs 2010, S128).  

2.5. Situations- und Kontextethiken

Bottom-up-Verfahrensansätze sind gemischte Ansätze, deren Gültigkeit in konkreten Beziehungen zeigt und die Top-Down-Verfahren ergänzen sollen, bei denen sich ethische Urteile auf allgemeingültige  Theorien beziehen (vgl. Fuchs 2010, S129). Formen sind die Kasuistik von Albert Jonsen und Stephen Toulmin, die Prinzipienethik von Tom Beauchamp und James Childress , der Deduktivismus von Bernadr gert, Charles Culver und Danner Cloussser sowie die Care-Ethik im Kontext feministischer Ethik nach Gilligan.

2.5.1. Tom Beauchamp und Jim Childress: Prinzipienethik

Der im Jahr 1979 erschienene Band „Principles of Biomedical Ethics“ von Tom Beauchamp und Jim Childress prägte die Diskussion der Bioethik entscheidend. Wichtige Aspekte der gegnerischen Positionen der Kasuistik und des Deduktionismus wurden in die Theorie integriert, jedoch unterscheiden sich die Konzepte von Wahrnehmung und Rechtfertigung grundlegend voneinander (vgl. Quante/ Vieth 2003, S.136).

Aus den herausgearbeiteten vier Prinzipien, die untereinander keine Hierarchie begründen, haben sie anschließend Prima-Facie-Pflichten abgeleitet, die mögliche relevante Gesichtspunkte darstellen, jedoch im Einzelfall auch außer Kraft gesetzt werden können.

1. Das Autonomie-Prinzip betont die Unabhängigkeit des Einzelnen von Autoritäten und äußeren Kontrollen, mit welcher vernünftige Entscheidungen für die eigenen Handlungen getroffen werden.

Für die Medizinethik leitet sich somit die Pflicht ab, dass die Beratung durch den kompetenten Arzt mit dem Patienten an Bedeutung gewinnt und dieser somit in die Lage versetzt wird, eine vernünftige Entscheidung zu treffen. Wichtige Voraussetzungen für das Konzept der autonomen oder informierten Zustimmung (informed consent) sind Vertraulichkeit und Aufrichtigkeit (vgl. Quante/ Vieth 2003, S.137).

2. Das Nicht-Schadens-Prinzip leitet sich aus dem Nicht-Schadens-Prinzips der Antike her und beinhaltet das Verbot einem Patienten Schaden zuzufügen.

3. Das Wohltuens-Prinzip leitet sich ebenfalls aus demselben Prinzip der Antike her, beinhaltet jedoch das Gebot zur Beförderung des Wohls und der Beseitigung von Schaden in aktiverer Weise als das zweite Prinzip. Daher dürfen beide Prinzipien nicht miteinander gleichgesetzt werden. Beide setzen voraus, dass man Nutzen, Kosten und Risiken gegeneinander deskriptiv oder evaluativ abwägt. Sie beruhen auf einem engen Zusammenhang von Fakten und Werten. Ein Beispiel für die deskriptiven Aspekte eines Risikos stellen die negativen Auswirkungen einer Chemotherapie zur Krebsbehandlung dar, während evaluative Aspekte die Frage nach dem „Lohnen“ der Chemotherapie enthalten (vgl. Quante/ Vieth 2003, S.139).

4. Unter dem Prinzip der Gerechtigkeit verstehen Beauchamp und Childress Fairness und das, worauf jemand Anspruch hat. Unterschieden werden distributive Gerechtigkeit (Verteilung der Güter) von der Strafgerechtigkeit (Angemessenheit der Strafe) und der ausgleichenden Gerechtigkeit (Wiederherstellung des Rechts zum Beispiel nach einem Vertragsbruch) (vgl. Quante/ Vieth 2003, S.139).

In der Medizinethik betrifft dies beispielsweise die Verteilungsgerechtigkeit von Organen, die Aufwendung von finanziellen Ressourcen und der Zugang zu medizinischen Leistungen (vgl. Quante/ Vieth 2003, S.139).

Diese Prinzipien stellen keinen absolut Anspruch dar und können nicht einfach angewendet werden, sondern müssen sich erst in einer konkreten Situation bewähren. Dann wird die Angemessenheit der Prinzipien intuitiv und nicht diskursiv erfasst. Sie stellen eine pragmatische Alternative zu den klassischen Ethikansätzen dar, da sie weniger abstrakt sind und auf die konkreten Problemkonstellationen angewendet werden können. Der Ausgangspunkt ist hier die Praxisnähe und die widersprüchlichen handlungsmotivierenden Evidenzen der Handelnden, die in Evidenz-Dilemmata und Reflexions-Dilemmata unterschieden werden. Praktische Urteile, Regeln, Prinzipien und Theorien stellen die vier unterschiedlichen Abstraktionsgrade der ethischen Überlegungen dar (vgl. Quante/ Vieth 2003, S.141f). Evidenzen sind im Gegensatz zu abstrakten Reflexionen immer direkt, kognitiv und motivational, da sie direkte Erfahrungen, Wahrnehmungen und Intuitionen darstellen. Die Fähigkeit sich in vorreflexiver und nicht-abstrakter Weise ein Urteil über die Welt zu bilden, ist erworben, da Personen in Auseinandersetzung mit ihrer Umgebung arbeiten Die Wahrnehmungsurteile und kognitiven Intuitionen der Experten bilden daher die Ausgangspunkte der ethischen Reflexion, da sie als Rechtfertigen ihres Handeln anzusehen sind. Universale Ethiktypen werden zugunsten einer situativen Ethik abgelehnt, die sich auf den sozialen Kontext menschlicher Erfahrung bezieht (common morality) (vgl. Quante/ Vieth 2003, S.144).

2.5.2. Tanja Krones: Kontextsensitive Bioethik

Krones entwickelt auf Grundlage einer empirischen kontextsensitiven Bioethik ein Konzept, deren zentrales Moment die sukzessive Einbeziehung der Auffassung von unmittelbar und mittelbar Betroffenen ist. Die verschiedenen Expertengruppen der ganzen Gesellschaft sollen auf den verschiedenen Ebenen der Makro-, Meso- und Mikroebene in die Bewertung miteinfließen (vgl. Bühl 2009, S.21). Die Prinzipien der mittleren Ebene sind dabei den universalen Ethiktheorien vorzuziehen, da sie auch den Diskurs zwischen Vertretern unterschiedlicher Ethiktheorien ermöglichen. Anliegen ist hier eine situationsabhängige Betrachtungsweise mit dem Anspruch, pragmatische, problem- und menschenbezogene Lösungsvorschläge zu unterbreiten. So sind Elemente der Prinzipienethik, der fallorientierten Ethik und der Care-ethik enthalten (vgl. Krones 2003, S.238).

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-> Abbildung 1: Die Ebenen der kontextsensitiven Ethik (Krones 2009, S.191)

Zu den Expertengruppen gehören direkt betroffene Paare, Hebammen, Humangenetiker, Reproduktionsmediziner, Pädiater, Ethiker sowie die Gesamtbevölkerung wurden qualitativ und repräsentativ befragt. Auf Grundlage dieser Ergebnisse resümiert Krones, dass die PID trotz vielfältiger Probleme nicht weiter verboten bleiben sollte (vgl. Bühl 2009, S.21).

Krones beschreibt sieben Merkmale einer kontextsensitiv betriebenen Ethik:

1. einen interdisziplinären Ansatz normativ-ethischer Analyse,

2. das Verständnis von Menschen als sozialen Akteuren, deren sozial-ethisches Handeln ein sowohl eigen- als auch fremdbestimmtes, sinnhaft auf andere bezogenes Handeln darstellt,

3. die Auffassung von Theorien (Normen, Prinzipien) als Urteilsheuristiken, die sich in der Praxis bewähren müssen,

4. die Alltagsmoral (moralische Institutionen, Einstellungsschemata, Verhaltensintentionen und soziales Handeln, „doing ethics“), deren Bedingungen und Folgen als zentralen induktiv-empirisch zu untersuchenden Gegenstand,

5. die Kohärenzanalyse von Lebenswelt und Philosophie mit nicht klar vorgegebenem Ziel des Konsenses. Dissenz ist ebenso möglich und aus ethischer Sicht auch „gut“,

6. die Generierung von Präskriptionen in partizipativen Verfahren unter Beachtung von Normen, Prinzipien und Werten als Alltagsmoral, verbunden mit einer Dissenzanalyse,

7. die grundsätzliche Fehlbarkeit von erreichten Lösungen, die sich immer einer Evaluation/ Revidierung stellen müssen. Urteile enthalten ein irreduzibles Moment von Subjektivität (vgl. Krones 2008, S.338).

2.6. Theologische Ethik

Die theologische Ethik bezieht Verantwortlichkeit, Lebensführung und Lebensgestaltung des Menschen auf den Glauben an Gott (vgl. Fuchs 2010, S133). Tristram Engelhardt Jr. Und Markus Zimmermann-Acklin begründen eine christliche Bioethik, Martin Honecker eine Bioethik speziell aus evangelischer Sicht.

2.6.1. Hugo Tristram Engelhardt: Bioethik als Singular und als Plural

Ausgangspunkt sind die unterschiedlichen und gegensätzlichen Moralauffassungen in der pluralistischen Gesellschaft. Es werden unterschiedliche Gewichtungen der gemeinsam anerkannten Werte vorgenommen. Engelhardt unterscheidet hier die Gesellschaft („society“) von den einzelnen Moralgemeinschaften („communities“) (vgl. Steigleder 2008, S.72). Diese Divergenzen sind unüberwindbar und machen so eine Begründung einer allgemeinen Moralauffassung unmöglich (vgl. Steigleder 2008, S.74). Um diesem moralischen Nihilismus zu entkommen bestimmt Engelhardt das Erlaubnisprinzip, welches auf der Zustimmung der Betroffenen als „minimal notion of morality“ beruht. So unterscheidet Engelhardt weiter die gleichgesinnten „moral friends“ einer Moralgemeinschaft von den „moral strangers“ anderer Gruppen, die sich unweigerlich begegnen und die jeweilige Sichtweise bestimmen. Somit differenziert er die Bioethik im Singular von der Bioethik im Plural. Erste macht die Grundlagen deutlich, nach welchen Prinzipien und Gesichtspunkten die Bioethik im Blick auf „morals strangers“ folgen, während zweite die Konzeptionen der Bioethik konkreter Moralgemeinschaften in den Blick nimmt (vgl. Steigleder 2008, S.80).

Engelhardt definiert Personen als Wesen mit Handlungs- und Moralfähigkeit, welche eng an kognitive Kompetenzen wie Rationalität, Bewusstsein und Selbstbewusstsein gekoppelt sind. Demzufolge spricht er Embryonen, Feten und Säuglingen, senilen Menschen und schwer geistig behinderten Menschen diesen vollen Personenstatus ab. Somit lassen sich keine säkularen Argumente gegen Abtreibung oder Säuglingstötung geltend machen (vgl. Steigleder 2008, S.81). Ein weiteres dem Erlaubnisprinzip nachgestelltes Prinzip ist das Wohltätigkeitsprinzip, bei welchem das grundliegende Anliegen der Moral ist, das Gute zu tun und sich um das Wohl aller empfindungsfähigen Wesen zu kümmern (vgl. Steigleder 2008, S.83). Eine Aufgabe der Bioethik besteht darin, zwischen Forderungen und Zielsetzungen zu unterscheiden, die die Zustimmung aller fordern und den unterschiedlichen Entwürfen, die die Zustimmung derjenigen innerhalb einer anerkannten Norm erfordern.

2.6.2. Martin Honecker: Bioethik aus evangelischer Sicht

Honecker differenziert zwischen der Bioethik als spezifische Bereichsethik und einer theologischen Ethik, welche die Verantwortung und Lebensführung des Menschen auf den Glauben an Gott bezieht. Auch eine Ethik des Evangeliums ist individuell und pluralistisch (vgl. Honecker 2002, S.310). Es gibt die Kirchen von Martin Luther, die reformierten (Johannes Calvin), die unierten, aber auch die Waldenser, Böhmischen Brüder, Quäker, Baptisten, Kongregationalisten, Methodisten usw. Zudem leben sie in unterschiedlichen Kulturen, ökonomischen Verhältnissen und politischen Zusammenhängen. Oft wird die Klugheitsregel der ethischen Tradition herangezogen, bei welcher die sicherste Variante von verschiedenen zur Verfügung stehenden Alternativen gewählt wird (vgl. Robbers 2009, http://www.bpb.de/themen/25BRMN,0,0,Bioethik_und_die_Evangelische_Kirche.html). Trutz Rendtorff vertritt einen phänomenischen Ansatz ethischer Theologie und vertritt die These, dass die Ethik eine wichtige Dimension der Theologie ist und rückt das Leben und die menschliche Lebensführung in den Vordergrund (vgl. Honecker 2010, S.58f). Bei Eilert Herms dagegen besteht das Leitmotiv im Handeln und in der Gesellschaftsgestaltung (vgl. Honecker 2010, S.63). Johannes Fischer grenzt sich von den beiden ersten Konzeptionen ab und stellt mit seiner Konzeption eines Ethos des Geistes die Identifizierbarkeit evangelischer Ethik in den Blickpunkt. Er differenziert Gefühl und Geist, da Geist sich nicht nur auf einzelne Personen, sondern auf das Nächste richtet (vgl. Honecker 2010, S.67). Die theologische Ethik ist methodisch auf die allgemeine Ethik, vor allem auf die philosophische Ethik angewiesen. Auch viel Inhalte und normative Wertungen teilt sie mit der humanen Ethik (vgl. Honecker 2010, S.71).

2.7. Kulturübergreifende Bioethik

Der Forschungsverbund "Kulturübergreifende Bioethik" beschäftigt sich mit der Frage nach einem kulturübergreifenden globalen Konsens im Umgang mit den biomedizinischen Praktiken (http://www.ruhr-uni-bochum.de/kbe/). In verschiedenen Teilprojekten wird so ein Einblick in islamistische Bioethik und buddhistische Bioethik gegeben, aber auch Länder wie Südkorea, China und Japan auf ihre Sichtweise hin erforscht.

2.7.1. Buddhistische Bioethik

Damien Keown, Professor für buddhistische Ethik, schlägteine zeitgenössische Bioethik auf den drei Grundgütern "Leben", "Wissen" und "Freundschaft" zu gründen. Pinit Ratanakul bezieht sich zunächst auf die vier Prinzipien "Autonomie", "Wohltätigkeit", "Nichtschädigung" und "Gerechtigkeit", da diese weltweit rezipiert und auch in andere kulturelle Kontexte implementiert werden. Durch eine stärkere Einbindung der buddhistischen Ethik wandelt er diese jedoch ab in "Wahrhaftigkeit/ Aufrichtigkeit", "Nicht-Verletzen von Leben", "Gerechtigkeit" und "Mitgefühl" (vgl. Schlieter 2003, S.19).

Im Vergleich zu den anderen großen Denktraditionen ist die bioethische Debatte im Buddhismus weniger präsent, da die gesellschaftlichen Veränderungen durch die Biomedizin weniger zentral eingeschätzt werden. Zudem ist zu konstatieren, dass aufgrund der vielen unterschiedlichen Ausprägungen des Buddhismus die Positionen zur Bioethik deutlich variieren. Im Vergleich zur westlichen Tradition kommt die buddhistische Tradition besonders zu Fragen der Organtransplantationen und dem therapeutischen Klonen, zu anderen Begründungen und Bewertungen.

2.7.2. Bioethik und Islam

In der zeitgenössischen bioethischen Debatte ist nicht der Würdebegriff zentral, sondern die Beseelung am 120. Tag der Schwangerschaft (nach Befruchtung), durch die der Embryo den Menschenstatus erhält. Als Grundlage dienen die historischen Schriften des Koran, der Sunna und der islamischen Rechtsgeschichte aus dem 11. bis 19. Jahrhundert. Problematische am "Beseelungsargument" ist die Tatsache, dass die Seele nicht nachgewiesen, sondern nur durch Offenbarung geglaubt werden kann. (Eich, 2009:  http://www.bpb.de/themen/C1H3DM,0,0,Bioethik_und_Islam.html).

3. Fazit und Schlussbemerkungen

Ethik ist kein rein rationales Gebiet, da sich die gewählten Werte und Grundhaltungen nicht ausschließlich auf rationale Weise gewinnen lassen. Die Wertung impliziert aber normative Forderungen, die in einem demokratischen Gesellschaftssystem nicht durch Zwang sondern durch Überzeugungskraft durchgesetzt werden (vgl.Gelhaus 2006, S.205). Es sind vor allem die Wissenschaften und Wissenschaftler aufgefordert aktive Beiträge zu leisten, damit sich die Entwicklung der modernen Gen- und Biotechnologie nicht erneut unlösbar mit Techniken zur Enthumanisierung verknüpft (vgl. Bühl 2009, S.96).

Technik ist zwar einerseits der gesellschaftlichen Kontrolle, Kräfteverhältnissen, Gestaltungsoptionen, öffentlichen Kommunikationsprozessen, staatlichen Handeln, juristischer Regulierung und dem Nutzungsverhalten der Individuen unterlegen, ist jedoch andererseits immanent mit den (post)modernen Lebenstechnologien verknüpft, die es zu erkennen gilt (vgl. Bühl 2009, S.96). Unerlässlich ist hierbei die kritische Reflexion der eugenischen Bewegungen, ihres Wesens und ihrer Zielstellungen, um sich der historischen Verantwortung der Humangenetik zu stellen. Diese war aktiv beteiligt an Zwangssterilisationen, Euthanasie und Massenmord.

Wie sich die Bioethik thematisch und methodisch weiterentwickeln wird, ist nicht abschätzbar. Das Spektrum hat sich stets erweitert und verschoben. Die Bioethik beschäftigt sich mit Fragen, die vor allem die Gestaltung der Zukunft betreffen. Es geht im Wesentlichen darum, wie technische Möglichkeiten das Selbstverständnis des Menschen, die Sozialverhältnisse und die Lebensmöglichkeiten der Menschen beeinflussen. Wie wir diese Möglichkeiten verantwortlich wahrnehmen können, ist eine offene Frage. Es fehlen hinreichende empirische Grundlagen, um die Folgen der Veränderungen durch Life Sciences zu überblicken noch gibt es Interpretationsmodelle zu Gesellschaften, die diese Technologien entwickeln und von ihnen verändert werden. Zudem gibt es gravierende Dissense über die normativen Grundlagen zur Beurteilung dieser Entwicklungen (vgl. Düwell 2009, S. 245). Das Gebiet der Bioethik enthält viele Spannungen und Konfliktpotential auf unterschiedlichen Ebenen. Alle moralischen Antworten, die gegeben werden können, sind umstritten. Zugleich wird jedoch der Anspruch erhoben, dass moralische Antworten allgemein zustimmungsfähig sein müssen. Als wesentliche Herausforderung für die Life Sciences gilt die begriffliche Vermittlung als bewusster Reflexionsakt zwischen dem Wertbegriff des Menschen und der biologischen Erscheinung. Nur so können moralische und rechtliche Regelungen ohne systematische Missverständnisse mit weitreichenden Konsequenzen getroffen werden (vgl. Düwell 2011, S.32).

4. Quellenangaben

Bühl, Achim (Hrsg.): Auf dem Weg zur biomächtigen Gesellschaft? : Chancen und Risiken der Gentechnik. 1. Aufl.. - Wiesbaden : VS, Verl. für Sozialwiss., 2009.

Düwell, Marcus: Utilitarismus und Bioethik: Das Beispiel von Peter Singers Praktischer Ethik. In: Düwell, Marcus; Steigleder, Klaus (Hrsg.): Bioethik. Eine Einführung. Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft Frankfurt am Main, 1. Auflage 2003. S.57-71.

Düwell, Marcus; Steigleder, Klaus (Hrsg.): Bioethik. Eine Einführung. Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft Frankfurt am Main, 1. Auflage 2003.

Düwell, Marcus: Bioethik. Methoden, Theorien und Bereiche. J.B. Metzler’sche Verlagsbuchhandlung und Carl Ernst Poeschel Verlag GmbH in Stuttgart, 2008.

Düwell, Marcus: Menschenbilder und Anthropologie in der Bioethik. Onlinepublikation auf Springerlink.com, 2011.

Eich, Thomas: Bioethik und Islam. Bundeszentrale für politische Bildung, 19.01.2009:

http://www.bpb.de/themen/C1H3DM,0,0,Bioethik_und_Islam.html [zuletzt gesichtet am 13.10.2011]

Fuchs, Monika: Bioethische Urteilsbildung im Religionsunterricht: Theoretische Reflexionen – Empirische Rekonstruktion. Schriften zur Religionspädagogik, Band 43. V&R unipress Göttingen, 2010.

Honecker, Martin: Wege evangelischer Ethik. Positionen und Kontexte. Studien zur theologischen Ethik. Universitätsverlag Freiburg Schweiz, 2002.

Honecker, Martin: Evangelische Ethik als Ethik der Unterscheidung. Ethik im Theologischen Diskurs Band 20. LIT Verlag Dr. W. Hopf Berlin, 2010.

Irrgang Bernhard: Ethik der Gen- und der neuen Biotechnologie. In: Nida-Rümelin, Julian (Hrsg.): Angewandte Ethik. Die Bereichsethiken und ihre theoretische Fundierung. Ein Handbuch. 2., aktualisierte Auflage, Stuttgart Kröner, 2005. S.648-659.

Jonas, Hans: Das Prinzip der Verantwortung: Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation. Insel-Verlag Frankfurt/ Main, 1. Auflage 1979.

Knoepffler, Nikolaus: Prinzipien und Regeln der Bioethik. Überlegungen zu einem integrativen Rahmenmodell bioethischer Ur-teilsbildung. In: E. Bohlken/ S. Peetz, Bildungssubjekt Ethik. Bildung und Verantwortung im Zeitalter der Bi-otechnologie. Wissenschaftliche Buchgesellschaft: Darmstadt 2007, S.151-172.

Krones, Tanja: Aspekte der Präimplantationsdiagnostik. In: Bühl, Achim (Hrsg.): Auf dem Weg zur biomächtigen Gesellschaft? Chancen und Risiken der Gentechnik. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 1. Auflage 2009. S.137-240.

Krones, Tanja: Kontextsensitive Bioethik. Wissenschaftstheorie und Medizin als Praxis. Kultur der Medizin, Geschichte - Theorie - Ethik, Band 24. Campus Verlag GmbH Frankfurt/ Main, 2008.

Quante, Michael; Vieth, Andreas: Welche Prinzipien braucht die Medizinethik? Zum Ansatz von Beauchamp und Childress. In: Düwell, Marcus; Steigleder, Klaus (Hrsg.): Bioethik. Eine Einführung. Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft Frankfurt am Main, 1. Auflage 2003. S.136-151.

Robbers, Gerhard: Bioethik und die evangelische Kirche. 29.04.2009: 

http://www.bpb.de/themen/25BRMN,0,0,Bioethik_und_die_Evangelische_Kirche.html [zuletzt gesichtet am 13.10.2011]

Schlieter, Jens: Die aktuelle Biomedizin aus der Sicht des Buddhismus. Gutachten der AG Bioethik und Wissenschaftskokmmission, Berlin-Buch, 2. verbesserte Fassung, 2003.

-> Online verfügbar unter:

http://www.ruhr-uni-bochum.de/kbe/Akt.Biomed.Buddh.pdf [zuletzt gesichtet am 12.10.2011]

Steigleder, Klaus: Bioethik als Singular und als Plural – Die Theorie von H. Tristram Engelhardt, Jr. In: Düwell, Marcus; Steigleder, Klaus (Hrsg.): Bioethik. Eine Einführung. Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft Frankfurt am Main, 1. Auflage 2003. S.72-87.

Werner, H. Micha: Hans Jonas‘ Prinzip Verantwortung. In: Düwell, Marcus; Steigleder, Klaus: Bioethik. Methoden, Theorien und Bereiche. J.B. Metzler’sche Verlagsbuchhandlung und Carl Ernst Poeschel Verlag GmbH in Stuttgart, 2003. S.41-56.

-> Online verfügbar unter (PDF-Version):

http://www.micha-h-werner.de/jonas.pdf [zuletzt gesichtet am 12.10.2011]

5. Weiterführende kommentierte Literaturliste

Bohlken, E./ Peetz, S.: Bildungssubjekt Ethik. Bildung und Verantwortung im Zeitalter der Bi-otechnologie. Wissenschaftliche Buchgesellschaft: Darmstadt 2007

[Kommentar folgt]

Bühl, Achim (Hrsg.): Auf dem Weg zur biomächtigen Gesellschaft? : Chancen und Risiken der Gentechnik. 1. Aufl.. - Wiesbaden : VS, Verl. für Sozialwissenschaften, 2009.

Ziel des Buches ist es, die Chancen und Risiken der Gentechnik zu beleuchten, also sowohl gesundheits- und lebensfördernde wie auch lebensbegrenzendes Potential soll möglichst präzise benannt werden.

Eigene Kapitel bilden die Themenfelder der Pränataldiagnostik, Präimplantationstechnik, Stammzellforschung, des reproduktiven Klonens sowie der Gendiagnostik.

Außerdem gibt es einen umfangreichen Einblick in die Grüne Gentechnik. Weitere Themen bilden das „genetische Personenkennzeichen“ mit Diskussion zur Entschlüsselung des menschlichen Genoms und des genetischen Fingerabdrucks sowie den Anwendungen der DNA-Analyse im Strafprozessrecht und zu heimlichen Vaterschaftstests oder als Mittel der Zuwanderungskontrolle.

Im letzten Kapitel wird die Gentechnik in Bezug auf die Entwicklung von Biowaffen besprochen. Hierzu gehören gentechnische Veränderungen klassischer Biowaffen-Erreger genauso wie neuartige infektiöse Agenzien und die Synthese gefährlicher Erreger wie das Poliovirus oder die Spanische Grippe.

Düwell, Marcus; Steigleder, Klaus (Hrsg.): Bioethik. Eine Einführung. Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft Frankfurt am Main, 1. Auflage 2003.

Einleitend werden die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zur Etablierung der Bioethik rekonstruiert und Ausführungen zum Begriff, zur Bedeutung und zu den Aufgaben aufgezeigt. Im anschließenden Kapitel wird ein Portfolio verschiedenster Theorien und Konzeptionen vorgestellt. Dem schließt sich der Hauptteil der aktuellen Problemfelder und Diskussionen an.

Düwell, Marcus: Bioethik. Methoden, Theorien und Bereiche. J.B. Metzler’sche Verlagsbuchhandlung und Carl Ernst Poeschel Verlag GmbH in Stuttgart, 2008.

Düwell legt 2008 eine aufschlussreiche Einführung zum Thema Bioethik vor mit dem Anspruch ein breites Spektrum zu vermitteln und einen Überblick über die aktuellen Debatten zu geben. Ziel ist ein Profil der Disziplinen zum Thema und deren vielfältigen methodische und theoretische Voraussetzungen. In Kapitel eins wird versucht, die Situation der „Life Sciences“ und der Bioethik (als Reflexion auf diese wissenschaftlichen Entwicklungen) näher zu beschreiben. In Kapitel zwei wird das Verhältnis der Bioethik zur Moralphilosophie diskutiert. Kapitel drei beschäftigt sich mit bioethisch relevanten kulturellen, sozialen und geisteswissenschaftlichen Perspektiven und Kapitel vier schließlich versucht, einen Überblick über wichtige bioethische Diskussionen zu geben.

Ziel ist nicht die Vollständigkeit in der Darstellung dieser Diskussionen zu beanspruchen, sondern vielmehr ein Bewusstsein zu schaffen, mit welchen Fragestellungen und Problemen jeder Versuch konfrontiert ist, über die ethischen Aspekte der Biowissenschaften und ihrer Anwendung nachzudenken.

Eich, Thomas: Islam und Bioethik. Eine kritische Analyse der modernen Diskussion im islamischen Recht. Reichert Verlag Heidelberg, 2005.

Eich, Thomas: Moderne Medizin und Islamische Ethik. Biowissenschaften in der muslimischen Rechtstradition. Ausgewählt, übersetzt und kommentiert von Thomas Eich. Herder Verlag Freiburg, 2008.

Eissa, Tina-Louise; Sorgner, Stefan Lorenz (Hrsg.): Geschichte der Bioethik. Eine Einführung. mentis Verlag GmbH 2011. Im Erscheinen

Kurztext des Verlags: Zahlreiche gegenwärtige öffentliche Debatten behandeln bioethische Themen, wie z.B. Präimplantationsdiagnostik und Euthanasie. die Relevanz dieser Herausforderungen kann kaum unterschätzt werden, da in ihnen fundamentale philosophische Fragestellungen aufgeworfen werden. Durch den Rückgriff auf historische ethische Positionen könnten einige dieser Diskurse durch vergessene Perspektiven wichtige Anregungen erfahren. Die hier vorliegende und bislang ungeschriebene "Geschichte der Bioethik" berücksichtigt ihre Entwicklung als Fachdisziplin, spürt aber primär bioethischen Reflexionen im Werk der bedeutendsten Ethiker der westlichen Kulturgeschichte - von Platon bis Singer - nach. 

Die einzelnen Beiträge sind didaktisch hilfreich gegliedert (Biographie, Philosophie- und Ethikverständnis, Überlegungen aus den Teildisziplinen Medizinethik, Tierethik und Umweltethik, Rezeption), so dass der Band nicht nur eine Einführung in die Geschichte der Bioethik bietet, sondern auch eine Einführung in die Geschichte der Ethik insgesamt. Zugleich liestet er die Hinfürhung zu einer systematischen Behandlung bioethischer Fragne, die sowohl für Studierende als auch Fachwissenschaftler verschiedener Disziplinen von zentraler Relevanz ist.

Fenner, Dagmar: Einführung in die angewandte Ethik. Tübingen, Francke Verlag, 2010.

[Kommentar folgt]

Friele, Minou B.: Rechtsethik der Embryonenforschung. Zur Rechtsharmonisierung in moralisch umstrittenen Bereichen. Mentis Verlag GmbH Paderborn, 2008.

 [Kommentar folgt]

Fuchs, Monika: Bioethische Urteilsbildung im Religionsunterricht: Theoretische Reflexionen – Empirische Rekonstruktion. Schriften zur Religionspädagogik, Band 43. V&R unipress Göttingen, 2010.

[Kommentar folgt]

Gelhaus, Petra: Gentherapie und Weltanschauung. Ein Überblick über die gen-ethische Diskussion. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 2006.

Gelhaus gibt hier einen Überblick über die ethische Diskussion bezüglich der Gentherapie am Menschen und um eine Untersuchung der inhaltlichen Begründungszusammenhänge anstelle einer Darstellung von Einzelargumenten. In Anlehnung an Kurt W. Schmidt geht es um die drei großen Argumentationstypen deontologischer, medizinisch-pragmatischer und gesellschaftspolitischer Art.

Ziel des Buches ist ein deskriptiver Versuch den Weg zurückzuverfolgen vom praktischen Urteil bis zu den zugrunde liegenden normativen Grundlagen. Im Resümee werden sechs verschiedene Weltanschauungen zusammengefasst, die mit gleicher Berechtigung eine eigene Position zur Gentherapie begründen können. Zu denen zählen die Sichtweisen des Evolutionismus, des Szientismus, des Christentums, des Humanismus, des Liberalismus und der Ökologie.

Gentherapie: eine Frage der Grundüberzeugungen. Wie wir über die Chancen und Risiken der Gentechnik denken, das hängt wesentlich von unserer Weltanschauung ab, von unseren grundsätzlichen Prämissen, unseren Hoffnungen und Glaubensüberzeugungen. Die Autorin stellt erstmals diese Grundüberzeugungen in einer Übersicht dar und verbindet die Typologie der Weltanschauungen mit einer Gesamtdarstellung der ethischen Probleme in Genetik-Forschung und -therapie. So wird die aktuelle Diskussion nicht nur von der technischen Seite her verständlicher, sondern auch transparenter im Vergleich der Argumente und Stellungnahmen.

Gert, Bernard; Culver M. Charles; Clouser, K. Danner: Common Morality: Deciding what to do. New York: Oxford University Press 2004.

[Kommentar folgt]

Gert, Bernard: Bioethics. A systematic approach. New York: Oxford University Press 2006.

[Kommentar folgt]

Hepfer, Karl: Philosophische Ethik. Vandenhoeck & Ruprecht Verlag Göttingen, 2008.

Karl Hepfers klar strukturierte Einführung macht auf systematische und analytische Weise mit den zentralen Begriffen der philosophischen Ethik vertraut und stellt die gebräuchlichsten Rechtfertigungsmodelle der Ethik vor. Weiterführende Fragen, Übungsaufgaben mit Lösungen, tabellarische Übersichten und ein Glossar ethischer Fachbegriffe machen das Buch zu einer ebenso verständlichen wie nützlichen Einführung in ein Pflichtmodul des Philosophiestudiums.

 

Holderegger, Adrian; Müller, Denis; Sitter-Liver, Beat; Zimmermann-Acklin, Markus (Hrsg.): Thoelogie und biomedizinische Ethik - Grundlagen und Konkretionen. Verlag Herder Freiburg i. B. 2002.

[Kommentar folgt]

Irrgang, Bernhard , u.a. (Hrsg.): Bioethik in der philosophischen Diskussion. Dresdner Hefte für Philosophie 12. Thelem Dresden 2010.

Der Band versammelt grundlegende Beiträge zur biomedizinischen und bioethischen Fragen nach Geburt, Krankheit, Alter und Sterben von ausgewiesenen Philosophen der Gegenwart. 1. Walther Zimmerli, Natur als technische Kultur. Veränderungen der Ethik durch Gentechnik. 2. Hans Lenk, Zu den gentechnischen und bioethischen Herausforderungen. 3. Theda Rehbock, Fälle–Situation–Geschichten. Zur Bedeutung der Urteilskraft für die (Medizin-)Ethik. 4. Kurt Schmidt, Braucht die Forschung ethische Skandale? 5. Bernhard Irrgang, Ethische Probleme der Embryonenforschung. 6. Thomas Rentsch, Ethische Aspekte des Alterns in Geschichte und Gegenwart. 7. Ralf Stoecker, In Würde sterben.

Irrgang Bernhard: Ethik der Gen- und der neuen Biotechnologie. In: Nida-Rümelin, Julian (Hrsg.): Angewandte Ethik. Die Bereichsethiken und ihre theoretische Fundierung. Ein Handbuch. 2., aktualisierte Auflage, Stuttgart Kröner, 2005. S.648-659.

[Kommentar folgt]

Keown, Damien: Buddhism and Bioethics. London/ New York, MacMillam/ St. Martin's Press, 1995.

[Kommentar folgt] 

Knoeppfler, Nikolaus: Angewandte Ethik. Ein systematischer Leitfaden. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien, 2010.

Knoeppflers Einführung gliedert sich in die drei Hauptteile Allgemeine Grundlagen, Systematische Grundlegung und Spezifische Bereiche Angewandter Ethik. Nachdem ein erstes Begriffsverständnis von der "Ethik" und deren Grundannahmen folgt eine informative übersichtsartige Klassifikation und Kritik der absolutistischen Hauptpositionen sowie die verschiedenen Typologien von Angewandter Ethik. Der zweite Abschnitt behandelt vor allem den Ausgangspunkt der Menschenwürde und Menschenrechte und -Pflichten. außerdem werden Folgerungen für eine Ethik der Politik und des Rechts formuliert. Abschließend werden die spezifischen Bereiche der Wissenschafts-, Technik-, Wirtschafts-, Umwelt-, Bio-, Sport- und Medienethik näher in ihren Problematiken diskutiert.

Knoeppfler, Nikolaus: Menschenwürde in der Bioethik. Berlin Springer Verlag, 2004.

[Kommentar folgt]

Knoeppfler, Nikolaus: Einführung in die Angewandte Ethik. Freiburg, München, Alber Verlag 2006.

[Kommentar folgt]

Krones, Tanja: Kontextsensitive Bioethik. Wissenschaftstheorie und Medizin als Praxis. Kultur der Medizin, Geschichte - Theorie - Ethik, Band 24. Campus Verlag GmbH Frankfurt/ Main, 2008.

[Kommentar folgt]

 

Müller, Anselm Winfried: „Lasst uns Menschen machen! Ansprüche der Gentechnik – Einspruch der Vernunft. Ethik Aktuell 8. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart, 2004.

[Kommentar folgt]

Nida-Rümelin, Julian (Hrsg.): Angewandte Ethik: Die Bereichsethiken und ihre theoretische Fundierung. Ein Handbuch. 2., aktualisierte Auflage, Stuttgart Kröner, 2005.

In der Politik, in den Medien, im Recht, in der Wirtschaft, in Wissenschaft und Technik, im Umgang mit Natur und Umwelt stellen sich alte moralische Probleme neu und werden neue, bisher unbekannte aufgeworfen. Die angewandte Ethik formuliert ethische Richtlinien für die verschiedenen Bereiche der modernen Zivilisation, in denen unsere alltägliche moralische Intuition nicht ausreicht. Dieses Handbuch stellt elf solche Bereichsethiken - darunter Medizinethik, Ethik der Gen- und Biowissenschaften, Wirtschaftsethik, Journalistische Ethik, Politische Ethik - fundiert und informativ vor. Die ausführliche Einleitung führt in die Ethik und ihre zentralen Ansätze ein; die Schlusskapitel »Ethik des Risikos« und »Ethik des Lebens« erörtern übergreifende Fragen, die in mehreren Bereichsethiken eine wesentliche Rolle spielen. Für die Neuauflage wurde das Handbuch, das viel Zuspruch innerhalb der ethischen Debatte, aber auch seitens interessierter Berufsgruppen besonders in Medizin, Recht, Politik und Ingenieurswesen erfahren hat, gründlich überarbeitet und aktualisiert. Neben dem Personenregister enthält es nun auch ein Sachregister.

Rauprich, Oliver: Prinzipienethik in der Bioethik : Moralphilosophie und medizinische Praxis. Frankfurt am Main, Campus-Verlag, 2005.

[Kommentar folgt]

Vieth, Andreas: Einführung in die Angewandte Ethik. Einführung Philosophie. Wissenschaftliche Buchgesellschaft WBG Darmstadt, 2006.

Diese Einführung gliedert sich in einen ersten allgemeinen Teil zur Ethik Als Disziplin und Konzept, der Ethik in den Ethikkommissionen, dem Verhältnis zwischen Theorie und Erfahrung in der Ethik und wirft das Hauptaugenmerk in den folgenden drei Kapiteln schwerpunktmäßig auf die Medizin-, Tier- und Umweltethik.

6. Multimedialinks und Webseiten

Arte Philosophie Reihe mit Raphaël Enthoven: Folge #3 zum Thema „Verantwortung“ mit ausführlichen Quellenangaben zur zitierten Literatur:

http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/philosophie/2235124,CmC=2382168.html [zuletzt gesichtet am 12.10.2011]

Deutscher Ethikrat:

http://www.ethikrat.org/ [zuletzt gesichtet am 12.10.2011]

"Moral Pluralism and the Crisis of Secular Bioethics: Why Orthodox Christian Bioethics has the Solution" A discussion presented by Dr. Hugo Tristram Engelhardt, Jr., Professor of Philosophy (Rice U., USA):

http://distancelearning.iocs.cam.ac.uk/videos/index.php?page=videos&groupid=67721&videoid=59 [zuletzt gesichtet am 12.10.2011]